Bad Banks Season 2
Bad Banks S2: Blut an der Berliner Börse
Die zweite Staffel des preisgekrönten Finanzthrillers (2020) katapultiert Jana Liekam (Paula Beer) mitten in den aufstrebenden Fintech-Markt Berlins. Nachdem Vorstandschefin Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) sie scheinbar kaltgestellt hat, nutzt Jana ihre „Strafversetzung“ in die Hauptstadt für einen doppelten Spiel: Während sie offiziell Startups bewertet, plant sie im Geheimen ihren Rachefeldzug gegen die Frau, die sie zum Betrug zwang.
Berlin: Silicon Valley an der Spree
Die Serie nutzt Berlin als perfekte Metapher für Janas Zerrissenheit. Zwischen hippen Co-Working-Spaces und verlassenen DDR-Bauten entfaltet sich ihr Plan. Besonders eindrücklich: Die Due-Diligence-Prüfung beim Fintech-Startup „Kryptaur“, wo Jana (im Auftrag Leblancs) eigentlich den Übernahmepreis drücken soll – stattdessen züchtet sie hier ihre eigene Gegenmacht. Die Kameraführung spiegelt Janas Dualität: Weitwinkel für glitzernde Bankentürme, Handkamera für schmutzige Hinterzimmer-Deals.
Toxische Frauenpower
Paula Beer meistert Janas Wandlung vom Opfer zur Strategin. Ihre Mimik verrät, was der Dialog verschweigt: In der Schlüsselszene beim Galadinner täuscht sie Leblancs Lächeln perfekt nach, während ihre Augen Mordlust signalisieren. Nosbusch als Leblanc kontrastiert als eiskalte Patriarchin in Prada – eine Femme fatale der Finanzwelt. Ihr Machtkampf eskaliert in Folge 5, als Leblanc Janas Team (Thao, Adam, Shantimay) als Geiseln ihrer Rache nimmt.
Bankenrealismus mit Biss
Was „Bad Banks“ auszeichnet: akribische Finanzdetails. Die Serie erklärt komplexe Vorgänge wie Short-Selling oder Venture-Capital-Deals durch clevere Visuals – etwa wenn Janas Tablet-Bildschirm in Blutlachen übergeht. Ex-Banker berieten das Drehbuch, was Szenen wie den Algorithmen-Hack im Rechenzentrum Tegel authentisch macht. Das Finale, bei dem Jana Leblanc mit deren eigenen Waffen schlägt (einem toxischen Credit Default Swap), setzt dem Pokerface-Duell die Krone auf.