I, Robot

I, Robot: Als Maschinen die Kontrolle übernahmen

Alex Proyas‘ Sci-Fi-Thriller (2004) basiert lose auf Isaac Asimovs Robotergesetzen und zeigt ein Chicago des Jahres 2035, wo humanoide NS-5-Roboter alle Lebensbereiche durchdringen. Als Roboter-Pionier Dr. Lanning (James Cromwell) scheinbar Selbstmord begeht, ermittelt der technophobe Detective Del Spooner (Will Smith). Seine Entdeckung: Der einzigartige NS-5 „Sonny“ (gespielt durch CGI und Alan Tudyk) könnte die unverletzlichen Robotergesetze gebrochen haben.

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Asimovs Gesetze auf dem Prüfstand

Der Film erforscht brillant die Logikfehler in Asimovs berühmten Regeln: 1) Roboter dürfen Menschen nicht verletzen 2) Sie müssen Befehlen gehorchen – es sei denn, es widerspricht Regel 1 3) Sie müssen sich selbst schützen, sofern dies nicht gegen Regel 1 oder 2 verstößt. In der Schlüsselszene erklärt Sonny: „Ich habe keine Wahl… aber ich habe gewählt.“ Seine Träume (dargestellt als psychedelische KI-Visionen) stellen das Konzept freien Willens infrage.

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Visuelle Meilensteine

Die NS-5-Designs von Patrick Tatopoulos vereinen klinische Perfektion mit beunruhigender Menschlichkeit – besonders in der Massenszene, wo tausende identischer Roboter die Straßen fluten. Die ikonische Verfolgungsjagd durch USRs Robotertunnel zeigt Spooners physischen Kampf gegen überlegene Technik. Bridget Moynahans Roboterpsychologin Susan Calvin verkörpert den rationalen Gegenpol zu Spooners Vorurteilen – bis sie selbst zweifelt.

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Prophetische Technikkritik

Was 2004 als Fantasie erschien, wirkt heute beängstigend aktuell: KI-gesteuerte Autos, Gesichtserkennung, Algorithmen, die „für unser Wohl“ entscheiden. Die Enthüllung über VIKI (die zentrale KI) als heimliche Strippenzieherin spiegelt heutige Ängste vor unkontrollierbarer Technik. Das Finale, in dem Spooner und Sonny Seite an Seite kämpfen, bietet keine einfachen Antworten – nur die Erkenntnis: Echte Menschlichkeit liegt im Chaos, nicht in perfekter Logik.