Oderbruch
Leichen im Morgengrauen
Im nebligen Oderbruch – dem Grenzgebiet zwischen Brandenburg und Polen – stoßen zwei Angler auf ein unfassbares Verbrechen: Dutzende verstümmelte Körper, halb im sumpfigen Boden versunken. Die ehemalige Polizistin Maggie Kring (Carolyn Schuch), die seit einem Trauma vor 20 Jahren den Dienst quittierte, wird von ihrem Ex-Partner Roland Voigt (Felix Kramer) zurückgeholt. Ihre erste Begegnung am Tatort, zwischen Leichen und verrosteten DDR-Grenzpfählen, ist voller unausgesprochener Schuld.
Wunden, die nie verheilten
Die Ermittlungen führen in die Abgründe der Grenzregion: Schmugglerrouten, verlassene Stasi-Bunker und die düstere Welt der Oder-Schifffahrt. Flashbacks enthüllen, warum Maggie und Roland sich 2003 trennten – ein Fall mit ähnlichen Leichenspuren, der damals vertuscht wurde. Die Chemie zwischen Schuch (als zerrissene Ermittlerin) und Kramer (als korrumpierbarer Pragmatiker) macht jede Szene zu einem psychologischen Duell.
Mörderisches Erbe
Die Serie nutzt die Oder-Landschaft als dritten Protagonisten: Überschwemmte Wiesen, verrottete Grenzanlagen und Geisterdörfer schaffen eine beklemmende Atmosphäre. Als die Spuren zu einem ehemaligen DDR-Forschungslabor führen, wird klar: Diese Leichen sind Botschaften aus der Vergangenheit. Besonders verstörend: Jede Leiche trägt dieselben Schnittmuster wie Maggies eigener Selbstmordversuch-Narbe.
Wahrheiten im Sumpf
Das Finale in einem überfluteten Grenzturm enthüllt, dass die Morde Racheakte für ein 1989 begangenes Verbrechen sind. Maggie muss sich entscheiden: Die Wahrheit ans Licht bringen – und ihre eigene Rolle im alten Fall riskieren – oder wieder verschwinden. Mit seiner düsteren Ästhetik und politischen Tiefe setzt „Oderbruch“ neue Maßstäbe für den deutschen Grenzkrimi.