Der Geister-Schreiber
Die gefährlichsten Worte stehen zwischen den Zeilen
Ein namenloser Ghostwriter (Ewan McGregor) übernimmt die Memoiren des ehemaligen britischen Premiers Adam Lang (Pierce Brosnan) – nachdem der Vorgänger des Projekts unter mysteriösen Umständen ertrank. Auf einer abgeschiedenen Insel vor Massachusetts entdeckt er Unstimmigkeiten im Manuskript: Codierte Hinweise auf Kriegsverbrechen im Irak und Verbindungen zu einem umstrittenen US-Thinktank. Je tiefer er forscht, desto mehr wird klar: Der vorherige Autor wurde ermordet, weil er zu viel wusste.

Der Geister-Schreiber
Sturm im Glas Wasser
Während Lang mit Kriegsverbrechen-Anklagen konfrontiert wird, stolpert der Ghostwriter über brisante Fakten: Fotos, die Langs Frau Ruth (Olivia Williams) mit CIA-Agenten zeigen, gelöschte Kapitel über geheime Extralegal Renditions. Die Atmosphäre ist meisterhaft düster – ständiger Regen, abgehörte Telefone, ein Sicherheitsteam, das jede Bewegung protokolliert. Selbst die Inselarchitektur (ein Betonbunker als Villa) spiegelt die Paranoia wider.
Ein Roman wird zum Tatort
Polanski inszeniert literarische Detektivarbeit als Thriller: Ein vergilbter Buchumschlag führt zu einem Geheimtreffen in London, eine versteckte ISBN-Nummer offenbart Langs Doppelspiel. Die Schlüsselszene spielt in einer verlassenen Scheune, wo der Ghostwriter mit Taschenlampe und Lupe Beweise findet – während draußen SUVs mit unbekannten Verfolgern kreisen. Die Kameraarbeit (kalte Blautöne, enge Kadrierungen) macht jedes Blatt Papier zur potenziellen Waffe.
Wahrheiten, die man nicht drucken kann
Das Finale ist reines Polanski-Genius: Der fertige Bericht landet auf einem Tisch in New York – während sein Autor in London ein tragisches „Verkehrsunglück“ erleidet. Die letzte Einstellung zeigt die Manuskriptseiten, die im Wind über die Straße fliegen – einige beschrieben, andere leer. Ein zynisches Meisterwerk über die Macht der Worte und die Ohnmacht der Wahrheit in der Politik.