The Thirteenth Floor
Mord im Simulationsstack
Los Angeles 1999: Der Computerwissenschaftler Douglas Hall (Craig Bierko) entdeckt seinen Mentor Hannon Fuller (Armin Mueller-Stahl) ermordet – ausgerechnet nachdem dieser ihr gemeinsames Projekt besuchte: Eine hyperrealistische VR-Simulation von 1937. Alles deutet auf Hall als Täter, doch er hat keine Erinnerung an die Tatnacht. Als eine mysteriöse Frau (Gretchen Mol) behauptet, Fullers Tochter zu sein, dringt Hall in die Simulation ein und findet eine versteckte Botschaft: „Die Welt ist nicht real“.
1937 – Zu real um wahr zu sein
In der täuschend echten VR-Welt trifft Hall auf den Bankangestellten Ashton (auch von Bierko gespielt), der plötzlich von „Träumen aus der Zukunft“ berichtet. Je tiefer Hall forscht, desto mehr Brüche entdeckt er: Spiegel, die keine Reflexe zeigen, Straßen, die im Nichts enden. Parallel enthüllen Aufnahmen aus „unserer“ Realität schockierende Ähnlichkeiten – als wäre auch 1999 nur eine Ebene in einem kosmischen Computerspiel.
Wer programmiert wen?
Die Genregrenzen verschwimmen: Die 1937-Szenen sind in sepia-getöntem Neo-Noir gefilmt, mit doppelbödigen Dialogen („Haben Sie jemals das Gefühl, jemand kontrolliert Ihre Gedanken?“). Ein genialer Twist zeigt, dass selbst die „reale“ Gretchen Mol nur ein Avatar ist – gespielt von derselben Schauspielerin, die in der Simulation eine Hotelangestellte darstellt. Die Kameraarbeit (Spiegelungen in Fensterscheiben, verzerrte Weitwinkel) unterstreicht die Realitätszweifel.
Das größte Gefängnis ist der Verstand
Das Finale im Rechenzentrum enthüllt die grausige Wahrheit: Jede „Realität“ ist nur eine Simulation höherer Ebene. In einer atemberaubenden Kamerafahrt zoomt die Perspektive aus 1937 durch 1999 bis in eine futuristische 2024-Welt – nur um zu zeigen, dass auch diese letzte Ebene fragil ist. Mit seinem Mix aus Philosophie und High-Tech-Paranoia bleibt „The 13th Floor“ ein unterbewerteter Vordenker von „Matrix“ und „Westworld“.